Immobilien

Schlösser – Zeugen unserer Geschichte und Kultur

Während im Mittelalter den regierenden Geschlechtern noch wehrhafte Burgen in romanischer, und später in gotischer Bauweise Schutz boten, vollzog sich der Übergang zu schlossähnlichen Anlagen eher zögerlich. Viele Schlösser entstanden nach und nach durch Erweiterungen und Umbauten ehemaliger Burg- oder Klosteranlagen.

Die Renaissance brachte ab dem 16. Jahrhundert einen neuen Baustil, der sich die antike Architektur der Griechen und Römer zum Vorbild nahm. Dieser Baustil gelangte vom Süden Europas langsam in den Norden, man fand Gefallen an den edlen und neumodischen Stadtpalazzi der italienischen Adelsgeschlechter. Freilich sahen die Schlösser im europäischen Norden noch einmal vollkommen anders aus, als die im Süden. Mangels greifbarer Vorbilder vor Ort, interpretierten die Baumeister die antiken Baustile vollkommen unterschiedlich.

Der Absolutismus brachte im 17. Jahrhundert die Blütezeit der Schloss-Baukunst hervor, perfektestes Beispiel hierfür ist wohl Schloss Versailles, das Baumeister im gesamten europäischen Raum – bis hin ins russische Zarenreich – zu inspirieren vermochte. Doch nicht nur die Architektur von Schloss Versailles faszinierte, auch an der Lebensart und -einstellung der französischen Könige und des Adels fand man gefallen.

Der Rokoko löste die strenge Symmetrie des Barock auf und führte zu einer geschwungenen Linienführung, die man später während des Jungendstils noch einmal aufgriff. Die Schlösser des Rokoko oder Spätbarock scheinen leichter und nicht mehr so protzig. Der Baustil des Rokoko bildete den Übergang zum Klassizismus, welcher der Schloss-Architektur wieder klare Linien brachte. Auch nach außen hin brachten die Schlossgärten den Stilwandel zum Ausdruck, weg von den streng durchplanten Gärten – hin zu mehr oder weniger natürlich erscheinenden Parkanlagen.

Seine letzte Blütezeit erlebte die Schloss-Architektur mit dem Historismus des 19. Jahrhunderts, der unterschiedlichste Stile vergangener Epochen und exotischer Länder teils wild durcheinander würfelte. Paradebeispiel ist wohl das einer Ritterburg nachempfundene Schoss Neuschwanstein Ludwig des II., gleichzeitig erbaute man auch Schlösser im Stile alter Burgruinen, wie Schloss Stolzenfels zu Koblenz.

Gottlob kann heute die Unterhaltung viele dieser einmaligen Bauwerke durch eine entsprechende Nutzung zumindest so weit finanziert werden, dass sie nicht dem Verfall preis gegeben werden müssen. Für unsere Geschichte und unsere Kultur sind diese Bauwerke von unschätzbarem Wert und sollten als Erbe an nachfolgende Generationen weiter gegeben werden.